Auf historischen Spuren wandern

Bereits im Vorjahr weckte die ÖVP-Liste Erwin Stürzlinger mit ihrer Ferienaktion "Nachts im Museum" die geschichtsinteressierten Spürnasen bei den Wimsbacher Kindern. Heuer gab es keine Übernachtung im Tempus, dafür eine "Wanderung auf historischen Spuren". Almspitz, Radlerstein, Waschenberg (oder alter Flösserhafen), Allee, Marktplatz mit Abschluss im Museum Tempus waren einige der Stationen. Jedes Kind bekam eine eigene Wimsbacher Wanderkarte, die ohnehin in keinem Haushalt fehlen sollte.

Treffpunkt war in der Nähe des Almspitzes, wo wir erfuhren, dass die Alm früher anders in die Traun geflossen ist. Die Alm war bis ungefähr 1900 die Gemeindegrenze zwischen Bad Wimsbach-Neydharting und Fischlham. Mithilfe eines Kompass oder einer analogen Uhr bekamen die Knirpse auch eine kurze Einführung zur Orientierung in der Natur. Entlang dem alten Flussbett wanderten die Kinder, begleitet von Norbert Fischer und Monika Neudorfer, Richtung Radlerstein. In unmittelbarer Nähe fanden Archäologen das historische Bronzeschwert, das nun im Museum Tempus zu bewundern ist. Weiter ging es zum Haus Traun 3 - das ehemalige Flößer-Gasthaus. Ein Fresko mit dem Hl. Nikolaus, unter anderem Patron der Binnenschiffer und Salzsieder, zeugt noch heute davon. Jörg Hoflehner erklärte anhand von Karten und alten Bildern, dass sich hier der Flößerhafen befunden hatte. Einerseits sind die Baumstämme aus dem Almtal hier zusammengebunden und weiter nach Wien transportiert worden; immerhin rund 400 Flöße pro Monat. Andererseits ist auch die kostbare Fracht des Salzes aus Hallstatt an diesem Ort Richtung Traun auf die Flöße geladen worden. Der  Traunfall war sehr lange nicht schiffbar. Daher musste das "Weiße Gold" dort von den Salzschiffen auf Pferdefuhrwerke geladen und in Waschenberg wieder auf den Flußweg gebracht werden.

Bei einem kurzen Stopp am Areal des "Autocenter Schachinger" zeigte Norbert Fischer, wie weit der Schottersporen in früherer Zeit reichte. Funde belegen, dass dieser sehr bald besiedelt war. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Familie Schachinger, die die Kinder mit einem Eis überraschten. Nach dieser Stärkung ging es trotz der sommerlichen Temperaturen munter weiter über die Allee und den Marktplatz zum Museum Tempus. Dort bestaunten die Kinder die interessanten Fundstücke, die die frühe Besiedelung unseres Gemeindegebietes belegten. Großes Interesse gab es natürlich für das Schwert, aber auch für den Armreif. Letzteres Schmuckstück aus der Bronzezeit fand Bürgermeister Erwin Stürzlinger zufällig bei einer Müllsammel-Aktion in Waschenberg im Jahr 2010.

Bei einer gemeinsamen Jause stellten die Kinder viele Fragen, die gerne kompetent von Bgm. Erwin Stürzlinger, GV Norbert Fischer und Jörg Hoflehner, der gerade ein Buch über den Flößerhafen schreibt, beantwortet wurden. Eine Urkunde zeichnete die Kinder für ihr großes Interesse und ihre Freude an der Geschichte von Bad Wimsbach-Neydharting aus! 

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Museum Tempus
Bgm. Erwin Stürzlinger (hinten, v.li.), Monika Neudorfer, Norbert Fischer und Jörg Hoflehner waren ganz begeistert, dass die jungen Historiker so viel wussten und so großes Interesse zeigten.