„In Memoriam NIKI“

Wohl eine der schwersten Touren die sich die Mc Spedls jemals ausgesucht haben! Weniger wegen der Tour Kriterien, als vielmehr um das schwere Erbe, welches dieser österreichische Ausnahmekönner nicht nur bei uns sondern der ganzen Welt hinterlassen hat.

Zweimal Formel 1 Großer Preis von Österreich und ein 2. Spielbergwochenende, das genau zum fixierten Tour-Termin, dem sich die acht Freunde seit nunmehr einigen Jahren verschrieben haben, ausgetragen wird. Es brauchte keiner langen Gedankengänge, es war klar wohin die Stahlrosse dieses Mal geführt werden. Österreich, Steiermark, Zeltweg, Spielberg!

Mit den Waffenrädern von Zuhause ausziehen, um gerade die versteckten Highlights zu besuchen, das ist immer der Antrieb, die Motivation. So wie eben ein Formel-1-Rennen das eigentlich unter Ausschluss von Publikum abgehalten wird!

Nicht direkt dabei, aber zumindest in der Nähe des Siegerpodests. So wie Niki Lauda bei seiner ersten Rennteilnahme 1971 beim Großen Preis von Österreich. Damals noch auf March-Ford fahrend, in dem er jedoch schließlich ausfiel. 49 Jahre später jährt sich sein Tod zum ersten Mal und gerade aus diesem Grund wird auf die Mc Spedl Racing Team eigene Art und Weise an den Jahrhundert Rennsportler gedacht und ihm die letzte Ehr erwiesen.

Die Diskrepanz könnte größer nicht sein!

Mit rund 100 Kilometer pro Tag haben die Radler in den letzten Jahren einen guten Mix zwischen sportlich möglich und Freude am nostalgischen Reisen ermittelt. Eine Reisegeschwindigkeit, die wohl nie in die Formel 1 geführt hätte und für Vollblutrennfahrer nicht gerade in die Kategorie "Geschwindigkeitsrausch" fällt. Keine quietschenden Reifen, keine typischen Boxen-Damen mit knappen Oberteilen und Schirm, die vor der brennenden Sommerhitze schützen. Statt des Benzingeruchs am Overall gibt es ein mit Schweiß durchtränktes Tour-Leiberl, das am Ende des Tages ohne viel Ruhm - aber dafür mit viel Stolz - auf ein x-beliebiges Balkongeländer gehängt wird, da es keineswegs nach Sieg riecht …!

Herausforderungen sind zum Bewältigen da!

Neben der nackten Zahlen - 212 Kilometer, 2.500 Höhenmeter, 14 Stunden reiner Fahrzeit  und 6300 verbrannter Kalorien - prüfte zusätzlich das Wetter die Fahrer und ihre Räder aus den 50er Jahren. Von Sommerhitze bis zum strömenden Regen, der den ganzen Tag anhielt, galt es alle Bedingungen ohne Unfall zu meistern.

Stainach-Irdning, Leoben, Judenburg, Murau und wieder zurück nach Zeltweg: das waren die groben Tourziele. Jeder dieser Orte ist geschichtlich geprägt. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Leoben und Murau liegt das Johann Puch Museum. Bereits 1889 erhielt Johann Puch die Betriebserlaubnis für eine Fahrrad-Werkstätte. Der Handwerker und Begründer dürfte exakt gewusst haben, wie Qualitätsräder herzustellen sind, denn auch heute verrichten sie noch verlässlich ihren Dienst. Kleine Pannen gehören bereits zur Routine, konnten bisher aber immer vor Ort, selbst repariert werden.

Ein Stopp zur Museumsbesichtigung mit Führung war natürlich Pflicht.

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Waffenradtour 2020
Wir verneigen uns ein letztes Mal vor einem Menschen mit Ecken und Kanten, um trotzdem im Kern liebenswert zu sein. Vielleicht sind genau aus diesem Stoff Helden gemacht! Der Weg ist das Ziel - DANKE NIKI!